Blog: Partnerschaft mit Perspektive - Wohnen rückt in den Fokus
Ein Interview mit Sven Sontowski und Niklas Kamm
Mit der Versicherungsgruppe die Bayerische gewinnt die S&P Commercial Development einen neuen Gesellschafter. Die langjährige Zusammenarbeit wird damit zu einer unternehmerischen Partnerschaft. Warum gerade jetzt? Und was bedeutet das für die künftige Entwicklung? Hierüber haben wir mit Sven Sontowski und Niklas Kamm gesprochen.
Die Bayerische beteiligt sich an der S&P Commercial Development. Was bedeutet dieser Schritt?
Sven Sontowski: Vor allem gibt er uns Rückenwind für die nächsten Jahre. Die Immobilienbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Gerade in solchen Phasen ist es wichtig, langfristig zu denken und sich klar zu positionieren. Mit der Bayerischen haben wir einen Partner an unserer Seite, der diese Perspektive teilt.
Niklas Kamm: Ein entscheidender Aspekt dabei ist sicherlich, dass wir bereits langjährig zusammenarbeiten. Dabei ist gegenseitiges Vertrauen entstanden und die Erkenntnis, dass wir strategisch dieselben Ziele verfolgen. Durch die Kooperation können wir nun mit gestärkter Kapitalbasis den Weg, den wir in den letzten Jahren bereits eingeschlagenen haben, noch konsequenter vorantreiben.
Damit meinen Sie vermutlich die Positionierung zum Thema Wohnen. Warum richten Sie sich so klar dahingehend aus?
Niklas Kamm: Weil dort die größte Zukunftsaufgabe liegt. Wenn man über den aktuellen Marktzyklus hinausblickt, bleibt der strukturelle Bedarf an Wohnraum bestehen - gerade in den süddeutschen Wachstumsregionen. Deshalb bleibt Wohnen langfristig sicherlich das stabilste Marktsegment. Entscheidend ist allerdings, sehr genau auszuwählen, welche Projekte man entwickelt.
Sven Sontowski: Ergänzend dazu: Wohnen ist in unserer Gruppe natürlich nichts Neues, sondern langjährig Teil unserer DNA. Und auch bei der S&P Commercial Development war sie oftmals schon Bestandteil von Quartiersentwicklungen. Von daher bedeutet die Entscheidung für uns eigentlich auch nichts Neues, sondern nur eine andere Schwerpunktsetzung.
Werden gewerbliche Immobilien in Zukunft keine Rolle mehr spielen?
Niklas Kamm: Wir denken Gewerbe aktuell tatsächlich hauptsächlich im Kontext mit Wohnen. Das heißt, dort, wo es sinnvoll ist, soll Wohnen um Basic Retail – also Lebensmittel-Nahversorgung oder auch Drogerie ergänzt werden. Hier kommt uns natürlich unsere langjährige Erfahrung mit Mixed-Use und auch im Retail Bereich zugute.
Beispielhaft dafür ist das Hainberg Quartier, das wir zuletzt in Nürnberg fertiggestellt und erfolgreich an Nuveen veräußert haben. Ähnliche Projekte haben wir gerade auch in Erlangen in der Planung und weitere in der Pipeline - was zeigt, dass wir diesen Weg bereits in den letzten Jahren eingeschlagen haben.
Das Marktumfeld bleibt anspruchsvoll. Wie sieht Ihre Strategie für das Thema Wohnen aus?
Sven Sontowski: Natürlich stehen auch wir vor den Herausforderungen, die derzeit die gesamte Branche beschäftigen: hohe Baukosten, komplexe Finanzierungen oder lange Genehmigungsprozesse. Das macht Projektentwicklung anspruchsvoller. Wir konzentrieren uns auf Wohnprojekte mit Investitionsvolumina zwischen 20 und 35 Millionen Euro an wirtschaftsstarken Standorten in Süddeutschland. Darüber hinaus wählen wir sehr sorgfältig aus und entwickeln nur Projekte mit einer langfristig tragfähigen Perspektive.
Neben dem Thema Wohnen soll der Bereich Development weiterhin eine Rolle spielen. Welche Bedeutung hat dieser Bereich künftig?
Sven Sontowski: Das Service Development bleibt ein stabiles zweites Standbein unseres Geschäftsmodells. Es zahlt sich heute aus, dass wir dieses Thema schon vor neun Jahren konsequent aufgebaut haben und dadurch jetzt nicht nur eine große Expertise haben, sondern auch einen beachtlichen Track Record vorweisen können.
Niklas Kamm: Wir sehen hier durchaus weiteres Potenzial. Viele institutionelle Eigentümer suchen Partner, die Projekte professionell von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleiten. Mit der Bayerischen ergeben sich zusätzliche Synergien. Das eröffnet neue Perspektiven für weitere Service-Development-Mandate und ergänzt unsere strategische Ausrichtung ideal. Zumal wir hier natürlich auch weiterhin unsere Expertise in der Quartiersentwicklung einsetzen können.
Was kommt als nächstes? Können Sie uns schon einmal einen Ausblick geben?
Sven Sontowski: Wir haben Projekte mit dem Schwerpunkt Wohnen in Erlangen, Pforzheim und Traunreut in der Planung, die im Laufe des nächsten Jahres in die Umsetzung gehen werden. Und es gibt ein paar sehr schöne Themen in der Pipeline, über die wir in den nächsten Monaten berichten werden. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf das, was kommt.
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